Communities of Dialogue Russian and Ukrainian Émigrés in Modernist Prague

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201603

Der Krieg, die Gemeinschaft und der Tod

Jaspers und Heidegger

Domenico Losurdo

pp. 27-59

Abstract

Wir wollen in diesem Kapitel der Frage nachgehen, ob und in welchem Ausmaße sich die zentralen Themen der Kriegsideologie (Gemeinschaft, Tod, Gefahr, Schicksal), die in radikalisierter Form später vom Nationalsozialismus übernommen wurden, im Werk der großen Persönlichkeiten der deutschen Philosophie des 20. Jahrhunderts, wie etwa Jaspers und Heidegger, wiederfinden lassen. Beginnen wir bei ersterem. In seinem 1932 erschienen Hauptwerk Philosophie verherrlicht Jaspers die »Kriegskameradschaft«, die im Krieg zur »unbedingten Treue« werde.1 Wiederholt insistiert er auf der »Treue des Ursprungs«2 und der »Geschichtlichkeit«: um sein Selbstsein zu verwirklichen, ist der »einzig mögliche Weg [der], wahrhaftig in seiner Geschichtlichkeit zu existieren«.3 Einige Jahrzehnte später weist Jaspers selbst darauf hin, in der »Treue und der Ehrfurcht vor der Überlieferung« erzogen worden zu sein.4

Publication details

Published in:

Losurdo Domenico (1995) Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland. Stuttgart, Metzler.

Pages: 27-59

DOI: 10.1007/978-3-476-03593-6_2

Full citation:

Losurdo Domenico (1995) Der Krieg, die Gemeinschaft und der Tod: Jaspers und Heidegger, In: Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland, Stuttgart, Metzler, 27–59.