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Ein "großer und wunderbarer" Krieg
pp. 1-26
Abstract
Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs wurde von nicht wenigen europäischen Intellektuellen als erneuter Beweis für die unüberwindbare Krise nicht nur des historischen Materialismus, sondern auch einer jeden »einseitigen naturalistischen Denk- und Fühlweise« (Husserl) angesehen. War das Versagen einer ökonomischen und materialen Erklärung der Welt und ihrer Geschichte nicht offenkundig im Angesicht eines Krieges, der sich vielen Publizisten als ein Kampf entgegengesetzter Ideale und Weltanschauungen, ja sogar als ein Religions- und Glaubenskrieg darstellte?1 Welchen Sinn hatte es, weiterhin von Klassenkampf oder auch nur von materiellen Interessen zu sprechen bei einem Konflikt, der doch jede materielle Dimension zu übersteigen und die Überlegenheit des Geistigen über das Ökonomische zu beweisen schien? Welchen Sinn hatte diese Rede angesichts der Erfahrung einer nationalen Gemeinschaft, wunderbar und aufs innigste vereinigt in der Stunde der Gefahr?
Publication details
Published in:
Losurdo Domenico (1995) Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland. Stuttgart, Metzler.
Pages: 1-26
DOI: 10.1007/978-3-476-03593-6_1
Full citation:
Losurdo Domenico (1995) Ein "großer und wunderbarer" Krieg, In: Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland, Stuttgart, Metzler, 1–26.