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Intellektuelle Krisenbewältigungspraxis der Nachkriegsgesellschaft
pp. 237-332
Abstract
Die Diagnose von Krisen, welche Teilbereiche oder die Gesellschaft in ihrer Gesamtheit zu erfassen drohen, gehört nicht ausschließlich zum Alltagsgeschehen parteipolitischer Agendensetzung und massenmedialer Berichterstattung. Darüber hinaus bildet die Krisendiagnostik einen festen Bestandteil sozialwissenschaftlicher Praxis, die sich im Unterschied zum Austausch von tagesaktuellen Meinungen über den gegenwärtigen Zustand politisch-sozialer Ordnungszusammenhänge als qualifizierter Erkenntnisakt ausweist. Näherhin sind der Begriff der "Krise" und krisendiagnostische Erkenntnisoperationen im Falle der Soziologie nicht erst seit jüngster Zeit virulent geworden, sondern gehören – soll der gängigen Fachgeschichtsschreibung gefolgt werden – seit der Herausbildung der Soziologie an der Schwelle zur Moderne zum Repertoire der Vertreter*innen der fachdisziplinären Zunft. Zwecks Vergewisserung über gegenwärtige Routinen soziologischer Krisendiagnostik erscheint deshalb der Blick nicht nur auf den besonderen Zusammenhang zwischen der historischen Herausbildung von Soziologie und Moderne sinnvoll zu sein, sondern auch eine Betrachtung des allgemeineren Zusammenhangs zwischen wissenschaftlicher Praxis und intellektueller Krisenbewältigung mag vor diesem Hintergrund zur innerfachlichen Reflexion beitragen.
Publication details
Published in:
Gostmann Peter, Ivanova Alexandra (2019) Soziologie des Geistes: Grundlagen und Fallstudien zur Ideengeschichte des 20. Jahrhunderts. Dordrecht, Springer.
Pages: 237-332
DOI: 10.1007/978-3-658-25722-4_8
Full citation:
Meyhöfer Frank (2019) „Intellektuelle Krisenbewältigungspraxis der Nachkriegsgesellschaft“, In: P. Gostmann & A. Ivanova (Hrsg.), Soziologie des Geistes, Dordrecht, Springer, 237–332.