Communities of Dialogue Russian and Ukrainian Émigrés in Modernist Prague

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218689

Metis und Episteme

Harald Atmanspacher

pp. 29-44

Abstract

Nach der vorangegangenen Betonung auf dem Mythos der Metis geht es nun in der Hauptsache um die Metapher Metis. Die Begriffe des Mythos und der Metapher, so wie sie hier verwendet werden, hängen eng mit denjenigen zusammen, die den Titel dieses Abschnittes bilden: Metis und Episteme. Man könnte zum Beispiel im Rückgriff auf die Geschichte des Geist-Begriffes in der Vorsokratik sagen, daß die personifizierte konkrete Form des Geistes metischer Natur ist, während der Nous dessen abstraktepistemisches Gegenstück darstellt. Metis schließt gewissermaßen den konkreten Erlebnisaspekt des Geschehens ein, während Episterne dessen abstrakte Vorstellung, also eine Rekonstruktion anspricht. Durch das Symbol bzw. die Metapher wird der metische Inhalt des Mythos abstrahiert.[39] Der Begriff der Metapher beleuchtet spezielle Elemente der mythischen Ebene aus der Sicht der Episteme, während der Mythos selbst auf der konkreten Erlebnissphäre angesiedelt ist. Aus dieser Sicht ist der » Mythos der Metis « eine höchst verwickelte, rückbezügliche begriffliche Konstruktion, die Konkretes und Abstraktes, Mythisches und Mentales in Beziehung zueinander setzt.

Publication details

Published in:

Atmanspacher Harald (1993) Die Vernunft der Metis: Theorie und Praxis einer integralen Wirklichkeit. Stuttgart, Metzler.

Pages: 29-44

DOI: 10.1007/978-3-476-03451-9_3

Full citation:

Atmanspacher Harald (1993) Metis und Episteme, In: Die Vernunft der Metis, Stuttgart, Metzler, 29–44.