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Heidegger, der zweite Dreißigjährige Krieg und die Kritik der Moderne
pp. 209-248
Abstract
Über Heidegger und seine Beziehungen zum Nationalsozialismus ist eine Debatte im Gange, die nicht enden will und die nicht wenige ungewöhnliche Aspekte aufweist. Im allgemeinen bemühen sich die Philosophie- oder Kulturhistoriker, die Zielgruppe und die konkreten Ziele der einen oder anderen Stellungnahme zu ermitteln, die wirkliche historische Bedeutung auch von Aussagen zu rekonstruieren, die den Anspruch erheben, sub specie aeternitatis zu gelten: dies nicht im Sinne eines historistischen Reduktionismus, sondern vielmehr mit dem Bewußtsein, daß eine Theorie, selbst wenn sie über ihre eigene Zeit hinausweist, ohne vorbereitende Bemühung um eine historisch genaue Verortung ihrer Aussagen nicht angemessen erfaßt und bewertet werden kann. In der fraglichen Debatte scheinen dagegen nicht wenige Heideggerinterpreten von der genau entgegengesetzten Besorgnis erfüllt zu sein und bemühen sich, auch erklärtermaßen politische Texte in eine vergeistigte und politisch keimfreie Aura zu hüllen.
Publication details
Published in:
Losurdo Domenico (1995) Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland. Stuttgart, Metzler.
Pages: 209-248
DOI: 10.1007/978-3-476-03593-6_7
Full citation:
Losurdo Domenico (1995) Heidegger, der zweite Dreißigjährige Krieg und die Kritik der Moderne, In: Die Gemeinschaft, der Tod, das Abendland, Stuttgart, Metzler, 209–248.